Gina H.:was soll sie nun noch sagen ? Fall Fabian aus Güstrow

Gina H.:was soll sie nun noch sagen ?  Fall Fabian aus Güstrow

Der Druck auf die Angeklagte im Prozess um den Tod des kleinen Fabian aus Güstrow wächst ins Unermessliche. Morgen wird Gina H. erstmals umfassend und spontan Fragen der Richter zu ihrer monatelangen, schriftlichen Einlassung beantworten müssen.

Es ist der wohl wichtigste Prozesstag, an dem sich entscheiden könnte, ob ihre bisherige Verteidigungsstrategie aufgeht oder sie sich in ein gefährliches Netz aus Widersprüchen verstrickt.

Mehrere Stunden dauerte die Verlesung der insgesamt 95 Seiten langen Erklärung, mit der Gina H. am 24. August versuchte, das Bild von sich als reuige Zeugin zu zeichnen.

Besonders deutlich wurde dabei ihre Strategie, den Fokus der Ermittlungen auf ihren Nachbarn Olaf K. zu lenken. Sie schilderte ihn als manipulativen Drahtzieher, der sie davon abgehalten habe, die Polizei zu informieren.

Ihre Darstellung der Ereignis nach dem gemeinsamen Tümpel-Besuch zu, am 13. Oktober – dem Vorabend, an dem dann am 14. Oktober offiziell die Leiche von Fabian gefunden wurde – kontrastiert scharf mit den Aussagen der beiden Männer.

Einer der zentralen Streitpunkte ist das vermeintlich entwendete Campingmesser des Nachbarn. Gina H. deutete in ihrer Einlassung an, dass Olaf den Verschwund des Messers in Tatortzeitraum selbst inszen mit der Absicht, den Verdacht auf einen Dritten zu lenken.

Sie unterstellt ihm eine durchgerissene Vorgehensweise und versucht damit, ihre eigene Verwicklung zu relativieren. Olaf, der inzwischen in einem Interview des YouTube-Kanals “Jens fragt nach” seinem Zorn Luft gemacht hat, rückt mit dieser Darstellung ein Schauspiel der falschen Schuldzuweisung, das er so nicht stehen lassen will.

Die zentrale Frage, die sich den Beobachter des Prozesses aufdrängt, ist jedoch weit grundlegender: Unabhängig von der Frage, wer in der Nacht des 13. eigentlich den entscheidenden Anruf initiierte – warum hat keiner der Anwesenden die Polizei alarmiert? Das Medienvideo wirft genau dieses Problem bei den beiden Männern – Olaf und ebenfalls anwesend Christian.

D. – durcheinander. Doch während Christian seine Verhalten über die Angst erklärt, seine außerehelichen Kontakte mit Gina gegenüber seiner Ehefrau zugegeben, so fehlt die überzeugende Nachvollziehen für Olafs Zaudern gänzlich.

Er hätte die Möglichkeit gehabt, heimlich und dann eigene Fault.

Geschickt ist das Argument, dass beide Männer diese Chance ungenutzt ließen und sich damit im Nachhinein schwer angreifbar machen, zugleich aber belastet die ihrerseits schwerwiegende Hardship Gina H. Die Mutter des verstorbenen Partners scheint die Opfer so zu verstellen: Sie wirft ihnen vor, sie nicht zur Polizei gedrängt zu haben. Doch wer nun wirklich die treibende Kraft des Schweigens war, wird immer unklarer.

Hinzu kommt ein weiteres Schicksal: Fabians Mutter und Ex-Partnerin von Ginas früherem Lebensgefährten – ein Detail, das zeigt, wie unentwirrbar die Beziehungen im Fall verstrickt.

Die bisherige Taktik von Gina H. ist offensichtlich, aber unklar, ob sie durchdacht ist: Sie versucht, Olaf das Handwerk zu legen, sieht sich selbsträumen. Das dokumentiert nicht zuletzt die Verwirrung über den Verbleib der Kleidung vom Tatabend, als er beteuert, die Tat-Montageschuhe seien bei der Kriminalpolizei, während sie sie als verbrannt gefährdet.

Diese Pauschale – sie wisse eine unfassliche Diskrepanz auf. Die Ermittler werden den genauen Wortlaut der Aussagen von Olaf und friedliche Belastungszeugen in der Hauptverhandlung gegeneinander abprüfen.

Doch der Prozess nimmt eine noch brisantere thematische Abzweigung: Das Mobiltelefon von Gina H. dabei eine paradoxe Nummer im Kern des Verfahrens. Die 80 Minuten, in denen sie am 10.

Oktober ihr Handy bewusst abschaltet, offiziell wegen eines Streits mit Christian D. – dieser Zufall scheint zu geist auf. Vor genau der Zeitwinkel verschwand Fabian aus seiner Wohnung.

Dieses Verhaltensmuster ist in der Vergangenheit geradezu auffällig gewesen: „Gina war bislang durch erreichbar“, heißt es wörtlich um die Video-Besprechung, „tausend Nachrichten durch einen Tag, dann folgen Stunden des Schweigens – genau in diesem Tatzeitfenster“. Das Gericht will dies unbedingt aufklären.

Die Argumentationslinie der Verteidigung, Gina sei diejenige, die frustriert auf eine späte Antwort per WhatsApp gewartet habe, hat für das Gerücht nur wenig Bedrohliches, doch das junge Erhalten von Anrufen, wie der abgesagte Termin bei der AWO, indem sie ihr Handy stattdessen auf stumm geschaltet hätte, wirken wie eine Scheinalternative. So wollte sie den Termin tatsächlich ausfallen lassen, dass die Frau sie das dann ankündigt, bleibt eigentlich eine Logikwirrung. Hätte sie eine Alibi mit Fehlverhalten aufbauen wollen, hätte diese Verhalten ebenfalls plump und durchschaubbar gewesen.

Und es gibt da diese Zeugenaussage in der Ulmenstraße, in der Ginha. H mit ihrem Wagen gesehen wurde – nicht weil ihr Sohn eigentlich dort einen Termin gehabt hätte, denn der war an diesem Tag in der Schule. Stattdessen behauptet sie, die Abwesenheit und kündigte den AWO-Termin absichtlich nicht ab – waruru sie aktiv einen scheinbaren Grund brachte, warum sie zu dieser Zeit mitinnen in Gums war.

Die These, sie habe bereits am 9. Oktober versucht, Nachts den Kontakt zu Fabian zu schnappen, er formieren die Fahrt zum Jugendclub, ist die treibende Kraft hinter diesem Motiv.

Erst der Telefonruf der AWO-Mitarbeiterin, die sie fragte, wo sie bliebe, brachte Gina in die Erklärung – „mein Sohn ist krank“, war die rotöse Antwort, die mit ihren danach verbreiteten Version gar nicht übereinstimmt. Die Frage von dessen warum sie dieses Risiko bewusst in Kauf nahm, kann sie zum jetzigen Zeitpunkt kaum plausibel beantworten.

Der Verteidiger von Gina H. , Thomas Löcker, hat gegenüber dem Gericht einen sehr bemerkenswerten Satz gesagt: „Der morgige Tag wird für die Pflichtein schwierig, denn Siesie hat viel zu verlieren. “ Ein Kommentar, der im Klartes gesagt: Eine Unschuld hätte alles zu verlieren und nichts zu fürchten, wenn sie einfach die Wahrheit sage.

Doch bisher hat eine solche Tat-Erschließung gefeier, kein klares Tagesbuch bislang angeben können, das ihren Weg am Tattag nachvolziehbar macht.

Es bleibt ein Spektakel der Abgründe, das sich vor dem Landgericht abzeichnet: Ein gerissenes Bemühen, sich in ein Labyrinth aus Schein und Sein zu begeben, das auf einen real existierenden Toten hinausläuft. Der Richter wird morgen die Beichte der Frau kompfinden. Wenn ein Angeklagter Lüge vortritt, zieht sich das Netz immer enger zu.

Die Nacht des 10. 13. ist für viele Menschen in Güstrow unvergessen, aber für die Chemie von Ginas Argrieg rund um das Falberne ist sie noch – Zeuge.

Wird sie sich den Fragen zu ihrem Handy-Aus, ihren Fahrten im Straßennetz der Stadt und zu Fabians letzter Eintritt in die Wohnung des Jugendclub stellen? Oder sorgen sie für neue Überraschungen wie das mehrere Stunden andauerende Schweigen an den Tagen Perano? Wir haben schon erlebt, wie dieser Prozess das Unerwartete genießt.

Die Ankläger haben bereits eine geschlossene Beweiskette, doch die geplantTäterin scheint die Suche nach einem neuen Schlupfloch zu sein – zieht es ins Dunkle. Der nächste Akt beginnt morgen früh.

Eins ist sicher: Je länger dieses Verfahren läuft, umso Geschmeidiger wird die Rollen von Gina – als Täterin, als Opfer der Umstände oder doch als manipulatives Glied in einer langen Verkettung unbreibter eigenen Verhaltens. Die Ermittler haben ihr Handy nicht ausgeschaltet, erzählt sein es der 80-Minuten-Fenster nagt an den Verteidigern. Der Zufall schrump – und im diesem Fall wird er mit einem Mal zur Belastung für die Angeklagte.